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Kap. 2 KONZERN-LAGEBERICHT BRANCHENENTWICKLUNG
Versicherungswirtschaft und Finanzdienstleistungssektor
Bereits im 2. Jahr hintereinander ist die deutsche
Versicherungswirtschaft hinter der allgemeinen wirt-
schaftlichen Entwicklung zurückgeblieben. Lediglich
die Krankenversicherung konnte bei verlangsamtem
Tempo weiter expandieren. Dagegen stagnierten
die Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung.
Die Schaden- und Unfallversicherung schrumpfte bei
gleichzeitig deutlichem Anstieg der Aufwendungen.
Insgesamt steht die Branche unter dem Einfluss sich
ändernder rechtlicher Rahmenbedingungen und einem
hohen Wettbewerbsdruck.
Die deutsche Versicherungsbranche hat im
zurückliegenden Jahr erneut nur kaum von der posi-
tiven wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können.
Obwohl sich die Konjunktur und die Lage am Arbeits-
markt spürbar verbesserten, ergab sich für die 453 im
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
e.V. (GDV) zusammengeschlossenen Mitgliedsunter-
nehmen nach ersten Berechnungen ein Zuwachs
der Beitragseinnahmen von lediglich 0,5%. Damit lag
das Wachstum deutlich unter dem Vorjahresniveau von
2,4%. Die gesamten Beitragseinnahmen des deutschen
Direktgeschäfts über alle Zweige und Sparten beliefen
sich auf rund 162,6 (Vorjahr: 161,8) Mrd. .
Allein die Private Krankenversicherung konnte mit
einem Zuwachs von 2,5% ein nennenswertes Prämien-
wachstum im Jahr 2007 verzeichnen. Dagegen verharrte
die Beitragsentwicklung in der Lebensversicherung nahe-
zu auf Vorjahresniveau (+0,3%); die Prämieneinnahmen
in der Schaden- und Unfallversicherung gingen zurück
(-0,4%). Neben einem intensiven Wettbewerb und den
Auswirkungen politischer Reformen dämpfen vor allem
die fortgesetzte Zurückhaltung und eine anhaltende
Unsicherheit der Verbraucher die weitere Entwicklung
der Branche. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und stei-
gender Konsumbereitschaft halten sich weite Teile der
Bevölkerung mit einer langfristigen Entscheidung für die
eigene Vorsorge noch zurück.
Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensi-
onsfonds verbuchten insgesamt ein leichtes Beitragsplus
nach vorläufigen Schätzungen des GDV von 0,3%
auf 78,6 (Vorjahr: 78,3) Mrd. . Auch das Neugeschäft ist
gegenüber dem Vorjahr abgeflacht. Versicherungen im
weiteren Sinne (also einschließlich Pensionskassen und
-fonds) mit laufender Beitragszahlung gingen um rund
3,2% auf 6,7 (Vorjahr: 6,9) Mrd. zurück. Rechnet man
allerdings aus dem Neuzugang des Jahres 2006 die auf
die 3. Riester-Stufe zurückzuführende Zunahme heraus,
ergibt sich ein Anstieg des Neugeschäfts nach laufendem
Beitrag. Die Beiträge aus Verträgen gegen Einmalbeitrag
gingen um 0,7% auf 12,4 Mrd. zurück.
Der Trend zu langfristig ausgerichteten Vorsorgever-
trägen setzte sich in der Lebensversicherung weiter fort.
Der Anteil von Verträgen mit rentenförmiger Auszahlung
lag 2007 im Neugeschäft bei 54%. Getragen wurde die
Neugeschäftsentwicklung durch die so genannten Ries-
ter- und Rüruprenten. Insgesamt schlossen die Lebens-
versicherer rund 2,1 (Vorjahr: 2,0) Mio. Riester-Verträge
im Jahr 2007 ab. Branchenweit sind damit rund 9 Mio.
Riester-Policen seit dem Produktstart 2002 verkauft
· Die deutsche Versicherungswirtschaft ist im Geschäftsjahr 2007 um lediglich 0,5%
gewachsen. Damit konnte sie kaum von der positiven gesamtwirtschaftlichen Ent-
wicklung profitieren.
· Lediglich die Krankenversicherung konnte bei verlangsamtem Tempo weiter
expandieren. Dagegen stagnierte die Lebensversicherung und die Schaden- und
Unfallversicherung schrumpfte.
· Die Branche steht insgesamt unter dem Einfluss sich ändernder rechtlicher Rahmen-
bedingungen und hohem Wettbewerbsdruck.