030 Kap. 2 KONZERN-LAGEBERICHT BRANCHENENTWICKLUNG Versicherungswirtschaft und Finanzdienstleistungssektor Bereits im 2. Jahr hintereinander ist die deutsche Versicherungswirtschaft hinter der allgemeinen wirt- schaftlichen Entwicklung zurückgeblieben. Lediglich die Krankenversicherung konnte ­ bei verlangsamtem Tempo ­ weiter expandieren. Dagegen stagnierten die Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung. Die Schaden- und Unfallversicherung schrumpfte bei gleichzeitig deutlichem Anstieg der Aufwendungen. Insgesamt steht die Branche unter dem Einfluss sich ändernder rechtlicher Rahmenbedingungen und einem hohen Wettbewerbsdruck. Die deutsche Versicherungsbranche hat im zurückliegenden Jahr erneut nur kaum von der posi- tiven wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können. Obwohl sich die Konjunktur und die Lage am Arbeits- markt spürbar verbesserten, ergab sich für die 453 im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zusammengeschlossenen Mitgliedsunter- nehmen ­ nach ersten Berechnungen ­ ein Zuwachs der Beitragseinnahmen von lediglich 0,5%. Damit lag das Wachstum deutlich unter dem Vorjahresniveau von 2,4%. Die gesamten Beitragseinnahmen des deutschen Direktgeschäfts über alle Zweige und Sparten beliefen sich auf rund 162,6 (Vorjahr: 161,8) Mrd. . Allein die Private Krankenversicherung konnte mit einem Zuwachs von 2,5% ein nennenswertes Prämien- wachstum im Jahr 2007 verzeichnen. Dagegen verharrte die Beitragsentwicklung in der Lebensversicherung nahe- zu auf Vorjahresniveau (+0,3%); die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung gingen zurück (-0,4%). Neben einem intensiven Wettbewerb und den Auswirkungen politischer Reformen dämpfen vor allem die fortgesetzte Zurückhaltung und eine anhaltende Unsicherheit der Verbraucher die weitere Entwicklung der Branche. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und stei- gender Konsumbereitschaft halten sich weite Teile der Bevölkerung mit einer langfristigen Entscheidung für die eigene Vorsorge noch zurück. Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensi- onsfonds verbuchten insgesamt ein leichtes Beitragsplus ­ nach vorläufigen Schätzungen des GDV ­ von 0,3% auf 78,6 (Vorjahr: 78,3) Mrd. . Auch das Neugeschäft ist gegenüber dem Vorjahr abgeflacht. Versicherungen im weiteren Sinne (also einschließlich Pensionskassen und -fonds) mit laufender Beitragszahlung gingen um rund 3,2% auf 6,7 (Vorjahr: 6,9) Mrd. zurück. Rechnet man allerdings aus dem Neuzugang des Jahres 2006 die auf die 3. Riester-Stufe zurückzuführende Zunahme heraus, ergibt sich ein Anstieg des Neugeschäfts nach laufendem Beitrag. Die Beiträge aus Verträgen gegen Einmalbeitrag gingen um 0,7% auf 12,4 Mrd. zurück. Der Trend zu langfristig ausgerichteten Vorsorgever- trägen setzte sich in der Lebensversicherung weiter fort. Der Anteil von Verträgen mit rentenförmiger Auszahlung lag 2007 im Neugeschäft bei 54%. Getragen wurde die Neugeschäftsentwicklung durch die so genannten Ries- ter- und Rüruprenten. Insgesamt schlossen die Lebens- versicherer rund 2,1 (Vorjahr: 2,0) Mio. Riester-Verträge im Jahr 2007 ab. Branchenweit sind damit rund 9 Mio. Riester-Policen seit dem Produktstart 2002 verkauft · Die deutsche Versicherungswirtschaft ist im Geschäftsjahr 2007 um lediglich 0,5% gewachsen. Damit konnte sie kaum von der positiven gesamtwirtschaftlichen Ent- wicklung profitieren. · Lediglich die Krankenversicherung konnte ­ bei verlangsamtem Tempo ­ weiter expandieren. Dagegen stagnierte die Lebensversicherung und die Schaden- und Unfallversicherung schrumpfte. · Die Branche steht insgesamt unter dem Einfluss sich ändernder rechtlicher Rahmen- bedingungen und hohem Wettbewerbsdruck.