032 Kap. 2 KONZERN-LAGEBERICHT BRANCHENENTWICKLUNG ist vor allem auf gestiegene Leistungsausgaben und entsprechende Beitragsanpassungen zurückzuführen. Das Neugeschäft in der Vollversicherung hat sich vor dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen deutlich vermindert. Die Zahl der Vollversicherten dürf- te sich lediglich marginal erhöht haben. Hier wirken sich die Effekte der letzten Gesundheitsreformen sowie vor allem der damit verbundene erschwerte Zugang zur Privaten Krankenversicherung aus. Im Geschäft mit Zusatzversicherungen hinge- gen verzeichneten die Krankenversicherer weiterhin deutliche Zuwächse. Im Jahr 2007 haben mehr als 640.000 Personen ihren gesetzlichen Versicherungs- schutz um eine Zusatzpolice ergänzt. Damit stieg der Bestand an Zusatzversicherungen auf nunmehr rund 19 Mio. Policen. Diese Entwicklung ist nach wie vor maßgeblich auf die politische Debatte über die Zukunft des Gesundheitswesens und die erfolgten Leistungs- kürzungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zurückzuführen. In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld entwickelte sich die Schaden- und Unfallversicherung 2007 erneut rückläufig. Insgesamt verzeichnete die Branche ein Beitragsminus von 0,4%. Diese Entwick- lung ist vor allem durch die Beitragsrückgänge in der Kfz-Versicherung beeinflusst, die 2007 ein Minus von 1,8% aufwies. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Prä- mienabrieb zwar leicht gebremst werden (2006: -3,6%), eine Erholung der Preisentwicklung war aber noch nicht erkennbar, zumal weiterhin neue, insbesondere umsatz- orientierte Anbieter in den Markt drängen. Beitragsrück- gänge ergaben sich außerdem im Industriegeschäft (-2,3%) sowie in der Hausratversicherung (-1,5%). In den übrigen Schaden-Unfall-Sparten war dagegen ein Beitragswachstum zu verzeichnen. Die private Unfall- versicherung legte gegenüber dem Vorjahr um 2,0% und die Rechtsschutzversicherung um 2,5% zu. Leicht schwächere Beitragszuwächse verzeichneten die All- gemeine Haftpflichtversicherung und die Verbundene Wohngebäudeversicherung mit jeweils 1,0%. Das Geschäftsjahr in der Schaden- und Unfall- versicherung war außerdem durch den Orkan ,,Kyrill" gekennzeichnet, der die technischen Ergebnisse der Unternehmen belastete. Infolge des Orkans wurden für die Kunden insgesamt Schäden mit einem Aufwand von rund 2,4 Mrd. reguliert. Die privaten Bausparkassen in Deutschland ver- zeichneten im Berichtsjahr eine rückläufige Neuge- schäftsentwicklung. Das beantragte Neugeschäft fiel um 8,5% auf 2.157.560 Verträge. Die abgeschlossene Bausparsumme ging um 4,5% auf 61,9 Mrd. zurück. Das eingelöste Neugeschäft reduzierte sich um 10,7% auf 2.040.360 Verträge. Bei der Bausparsumme ergab sich ein Minus von 7,0% auf 56,8 Mrd. . Nach wie vor liegt der Marktanteil der privaten Bausparkassen bei rund zwei Drittel, der der öffentlich-rechtlichen Institute entsprechende Anteil bei etwa einem Drittel. Der Spargeldeingang der privaten Bausparkassen betrug 15,5 Mrd. und wies damit im Vorjahresver- gleich einen Rückgang um 4,0% auf. Das mehrmalige Anheben des Zinsniveaus durch die Europäische Zen- tralbank stellte den Vorteil des zinssicheren Bauspar- darlehens wieder heraus und hatte so Auswirkungen auf die Baugeldauszahlungen, die einen Anstieg um 11,2% auf 26,0 Mrd. aufwiesen. 6,9 78,6 29,2 Schaden- und Unfallversicherung Kraftfahrt Allgemeine Unfall Allgemeine Haftpflicht Rechtsschutz Sonstige Leben Kranken Beitragseinnahmen in der deutschen Versicherungswirtschaft nach Geschäftsbereichen im Jahr 2007 Angaben in Mrd. 6,4 3,1 20,8 17,5 Quelle: GDV Orkan ,,Kyrill" verursachte hohe Versicherungsschäden.2,4 Mrd.