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Kap. 2 KONZERN-LAGEBERICHT BRANCHENENTWICKLUNG
ist vor allem auf gestiegene Leistungsausgaben und
entsprechende Beitragsanpassungen zurückzuführen.
Das Neugeschäft in der Vollversicherung hat sich vor
dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen
deutlich vermindert. Die Zahl der Vollversicherten dürf-
te sich lediglich marginal erhöht haben. Hier wirken
sich die Effekte der letzten Gesundheitsreformen sowie
vor allem der damit verbundene erschwerte Zugang
zur Privaten Krankenversicherung aus.
Im Geschäft mit Zusatzversicherungen hinge-
gen verzeichneten die Krankenversicherer weiterhin
deutliche Zuwächse. Im Jahr 2007 haben mehr als
640.000 Personen ihren gesetzlichen Versicherungs-
schutz um eine Zusatzpolice ergänzt. Damit stieg der
Bestand an Zusatzversicherungen auf nunmehr rund
19 Mio. Policen. Diese Entwicklung ist nach wie vor
maßgeblich auf die politische Debatte über die Zukunft
des Gesundheitswesens und die erfolgten Leistungs-
kürzungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung
zurückzuführen.
In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld
entwickelte sich die Schaden- und Unfallversicherung
2007 erneut rückläufig. Insgesamt verzeichnete die
Branche ein Beitragsminus von 0,4%. Diese Entwick-
lung ist vor allem durch die Beitragsrückgänge in der
Kfz-Versicherung beeinflusst, die 2007 ein Minus von
1,8% aufwies. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Prä-
mienabrieb zwar leicht gebremst werden (2006: -3,6%),
eine Erholung der Preisentwicklung war aber noch nicht
erkennbar, zumal weiterhin neue, insbesondere umsatz-
orientierte Anbieter in den Markt drängen. Beitragsrück-
gänge ergaben sich außerdem im Industriegeschäft
(-2,3%) sowie in der Hausratversicherung (-1,5%). In
den übrigen Schaden-Unfall-Sparten war dagegen ein
Beitragswachstum zu verzeichnen. Die private Unfall-
versicherung legte gegenüber dem Vorjahr um 2,0%
und die Rechtsschutzversicherung um 2,5% zu. Leicht
schwächere Beitragszuwächse verzeichneten die All-
gemeine Haftpflichtversicherung und die Verbundene
Wohngebäudeversicherung mit jeweils 1,0%.
Das Geschäftsjahr in der Schaden- und Unfall-
versicherung war außerdem durch den Orkan ,,Kyrill"
gekennzeichnet, der die technischen Ergebnisse der
Unternehmen belastete. Infolge des Orkans wurden für
die Kunden insgesamt Schäden mit einem Aufwand
von rund 2,4 Mrd. reguliert.
Die privaten Bausparkassen in Deutschland ver-
zeichneten im Berichtsjahr eine rückläufige Neuge-
schäftsentwicklung. Das beantragte Neugeschäft fiel
um 8,5% auf 2.157.560 Verträge. Die abgeschlossene
Bausparsumme ging um 4,5% auf 61,9 Mrd. zurück.
Das eingelöste Neugeschäft reduzierte sich um 10,7%
auf 2.040.360 Verträge. Bei der Bausparsumme ergab
sich ein Minus von 7,0% auf 56,8 Mrd. . Nach wie vor
liegt der Marktanteil der privaten Bausparkassen bei
rund zwei Drittel, der der öffentlich-rechtlichen Institute
entsprechende Anteil bei etwa einem Drittel.
Der Spargeldeingang der privaten Bausparkassen
betrug 15,5 Mrd. und wies damit im Vorjahresver-
gleich einen Rückgang um 4,0% auf. Das mehrmalige
Anheben des Zinsniveaus durch die Europäische Zen-
tralbank stellte den Vorteil des zinssicheren Bauspar-
darlehens wieder heraus und hatte so Auswirkungen
auf die Baugeldauszahlungen, die einen Anstieg um
11,2% auf 26,0 Mrd. aufwiesen.
6,9
78,6
29,2
Schaden- und Unfallversicherung
Kraftfahrt Allgemeine Unfall
Allgemeine Haftpflicht Rechtsschutz
Sonstige
Leben
Kranken
Beitragseinnahmen in der deutschen
Versicherungswirtschaft nach
Geschäftsbereichen im Jahr 2007
Angaben in Mrd.
6,4
3,1
20,8
17,5
Quelle: GDV
Orkan ,,Kyrill" verursachte
hohe Versicherungsschäden.2,4 Mrd.