054 Interne Steuerungssysteme Grundsätzliches Konzept Die interne Unternehmenssteuerung der AMB Generali Gruppe baut auf einem konzernweit ein- heitlichen Planungs- und Controllingprozess auf. Zur Überwachung und Steuerung der aus der stra- tegischen Planung abgeleiteten Zielgrößen werden einheitliche Planungs- und Simulationsmodelle sowie ein regelmäßiges Reporting eingesetzt. Neben den klassischen rechnungslegungsorientierten Zielgrößen ­ wie z.B. Jahresüberschuss und Combined Ratio ­ werden darüber hinaus ökonomische risikobasierte Steuerungsgrößen zugrunde gelegt, die im Nachfol- genden näher beschrieben und dargelegt werden. Dabei werden die beiden wesentlichen Steuerungs- dimensionen Kapitalmanagement und Performance- management miteinander verknüpft. Beim Kapitalmanagement steht die nachhaltige Sicherung der Risikotragfähigkeit und Finanzstärke der Unternehmensgruppe im Mittelpunkt. Hierzu wird auf unterschiedlichen Unternehmens- und Steue- rungsebenen der ökonomische, aus Risikogesichts- punkten benötigte Kapitalbedarf berechnet und dem tatsächlich vorhandenen Kapital, welches zur Risiko- tragung zur Verfügung steht, gegenübergestellt. Das Kapitalmanagement ist damit integraler Bestandteil des internen Risikomanagements. Das Performancemanagement bildet demgegen- über die wertorientierte Perspektive ab und misst die Wertsteigerung der Gruppe im Zeitablauf. Hierzu wer- den die ökonomischen Ergebnisse unserer Geschäfts- aktivitäten abgeleitet und ins Verhältnis zu den vorher bestimmten Ist- bzw. Soll-Kapitalien gesetzt. Durch diese Verbindung ergeben sich ökonomische Rendi- tekennziffern, die zur Beurteilung der risikoadjustierten Profitabilität eingesetzt werden können. Vorgehensweise des Kapitalmanagements Im Rahmen des Kapitalmanagements wird der ökonomische Risikokapitalbedarf (Soll) der AMB Generali ermittelt und mit dem verfügbaren Risikokapital (Ist) abgeglichen. Hierzu verwenden wir in unserer exter- nen Kommunikation den Begriff ,,Economic Capital" für das auf die Aktionäre entfallende Soll-Kapital. Das verfügbare Risikokapital setzt sich aus dem ,,Embedded Value" (EV) und dem Hybridkapital zusam- men. Dabei entspricht der ,,Embedded Value" dem auf die Aktionäre entfallenden Ist-Kapital. Das ,,Economic Capital" wird auf Basis einer einheitlichen Risikophilosophie für alle Segmente der AMB Generali Gruppe berechnet und konsolidiert. Es beschreibt den ökonomischen Kapitalbedarf zum Ausgleich möglicher Verluste, die aufgrund der Unge- wissheit zukünftiger Entwicklungen entstehen kön- nen. Der Kapitalbedarf umfasst Kapitalanlagerisiken (Aktien- und Immobilienpreis-, Zinsänderungs- sowie Währungs- und Konzentrationsrisiken), Kredit- und operationelle Risiken sowie segmentspezifische ver- sicherungstechnische Risiken. Im Teilsegment Leben · Das interne Steuerungssystem der AMB Generali Gruppe basiert auf den beiden grundlegenden Steuerungsdimensionen Kapitalmanagement und Performance- management. · Das Kapitalmanagement zielt darauf ab, die Risikotragfähigkeit und Finanzstärke der Unternehmensgruppe nachhaltig zu sichern. · Zielsetzung des Performancemanagements ist demgegenüber die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes der AMB Generali. Kap. 2 KONZERN-LAGEBERICHT INTERNE STEUERUNGSSYSTEME