055 INTERNE STEUERUNGSSYSTEME KONZERN-LAGEBERICHT Kap. 2 und 2007 erstmals auch im Teilsegment Kranken soll zudem der ,,Value in Force" (VIF), der sich als Gegen- wartswert zukünftiger Jahresüberschüsse aus dem Versicherungsbestand (Present Value of Future Pro- fits, PVFP) berechnet und im ,,Embedded Value" der Gruppe enthalten ist, aus Vorsichtsgründen ebenfalls mit Kapital unterlegt werden. Zur Quantifizierung des ökonomischen Kapitalbedarfs werden interne Risiko- modelle eingesetzt, die auf der Grundlage detaillierter Unternehmensinformationen den ,,Value at Risk", d.h. den maximalen Verlust, der mit vorgegebener Wahr- scheinlichkeit nicht überschritten wird, bestimmen. Je weiter die Simulationsergebnisse streuen, desto risiko- reicher ist die simulierte Geschäftseinheit und desto mehr ,,Economic Capital" wird benötigt. Der ,,Embedded Value" beinhaltet den Bestands- wert und wird unter Berücksichtigung segmentspezi- fischer Besonderheiten auf der Grundlage aktuariel- ler und bilanzieller Daten kalkuliert. Als Differenz von ,,Embedded Value" (Ist) und ,,Economic Capital" (Soll) ergibt sich ein Kapitalüberschuss bzw. eine Kapital- lücke, die als ,,Excess Capital" bzw. ,,Deficit Capital" bezeichnet wird. Bei der Berechnung des ,,Embedded Value" bzw. des Bestandswerts in den Teilsegmenten Leben und Kranken wurde 2007 einheitlich in der gesamten Generali Gruppe die Methodik vom ,,European Embedded Value" auf den ,,Market Consistent Embedded Value" umgestellt. Dadurch werden marktkonsistente Bewer- tungsverfahren genutzt, wie sie am Finanzmarkt üblich sind. Beginnend mit dem Berichtsjahr 2007 wird erst- mals ein Bestandswert für die Krankenversicherung ausgewiesen. Zudem haben sich die Anteilsverhältnisse im Jahr 2007 geändert und der Anteil der Minderheits- aktionäre hat sich reduziert. Um die Auswirkung dieser Änderungen deutlich zu machen und eine bessere Ver- gleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen, werden im Folgenden für das Jahr 2006 auch gemäß der neuen Methodik berechnete Werte zusätzlich ausgewiesen. Das interne Risikomodell zur Bestimmung des ,,Economic Capital" wird zur Zeit überarbeitet und ins- besondere um Elemente der stochastischen Modellie- rung in der Lebens- und Krankenversicherung erweitert. Dies geschieht mit der Zielsetzung, das Versicherungs- nehmerverhalten sowie Handlungs- und Reaktions- möglichkeiten des Managements noch besser in der Modellierung berücksichtigen zu können. Das neue Risikomodell entspricht dem gruppenweiten Ansatz der internationalen Generali Gruppe und wird als ,,Economic Balance Sheet" (kurz: EBS) bezeichnet. Die in die- sem Geschäftsbericht dargestellten Ergebnisse zum ,,Economic Capital" basieren noch auf dem bisherigen Risikomodell und können sich durch die Umstellung verändern. 2007 2006* nach* Anpassung* 2006 Mio. Mio. Mio. EC Leben 3.360 3.100 2.885 EC Komposit 865 807 807 EC Finanzdienstleister 317 277 277 EC Kranken 1.246 1.077 294 EC Gesamt 5.788 5.261 4.263 EV Gesamt 5.875 5.393 4.565 Hybridkapital 296 378 378 Verfügbares Risikokapital (RC) 6.171 5.771 4.943 Verhältnis RC/EC 106,6% 109,7% 116,0% Überdeckung RC zu EC 382 511 680 Kapitalmanagement Übersicht * Berücksichtigung Bestandswert Kranken, Methodenänderung, neue Anteilsverhältnisse